Tobias Post — Malerei, digitale Lichtkunst und Skulptur Vollständiges Profil Stand 28. September 2026 · https://cube4arts.de/texte/presse Tobias Post verbindet Malerei, digitale Lichtkunst und Skulptur zu einer künstlerischen Praxis, in der Farbe, Form und Bewegung über die Grenzen des einzelnen Mediums hinauswirken. Der Bochumer Künstler entwickelt Bilder, interaktive Installationen und plastische Arbeiten aus dem Zusammenspiel von freier Geste, gesetzten Regeln und räumlichen Beziehungen. Mit selbst entwickelten digitalen Werkzeugen erweitert er seine malerische Arbeit um Zeit und Interaktion: Bildräume verändern sich, Formen ordnen sich neu, und Bewegungen des Publikums werden Teil des Werkgeschehens. Neben seiner eigenen Arbeit übernimmt Post kuratorische und kulturpolitische Verantwortung. Er leitet das BBK-Ausstellungsteam für die Internationale Gartenausstellung 2027 in Dortmund. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören die Ausstellungsprojekte in der Kompressorenhalle der Kokerei Hansa, der Alten Schmiede und einem Verwaltungsgebäude in Dortmund-Huckarde. Post ist Regionalsprecher Ruhrgebiet West des BBK Westfalen und in dieser Rolle Teil des erweiterten Vorstands; außerdem ist er Delegierter beim BBK NRW. Bei „Giganten & Kunst“ in der Kokerei Hansa gehörte er 2026 dem Kuratorenteam an und war zugleich mit eigenen Arbeiten vertreten. Den gedanklichen Rahmen seiner Arbeit formuliert Post im „postdigitalen Setzungsmodell“. Kunst entsteht darin durch Entscheidungen über Formen, Regeln, Gesten und Zusammenhänge. Informel, konkrete Kunst und Gegenständlichkeit dienen ihm als Bezugspunkte, um die eigene Arbeit zu entwickeln und zu betrachten. Auch die Wahrnehmung hat einen aktiven Anteil: Welche Gegenstände, Ordnungen oder Bedeutungen in einem Werk hervortreten, hängt von den gewählten Blickwinkeln ab. Digitale Verfahren gehören für Post selbstverständlich zu dieser künstlerischen Gegenwart. Ein Schwerpunkt liegt auf Komplexität als bewusster Gestaltung. Post untersucht, wie einzelne Formen Gruppen bilden, wie Wiederholungen und Abweichungen Rhythmen erzeugen und wie unterschiedliche Ordnungen ineinandergreifen. Er arbeitet mit Konzentration und Reduktion ebenso wie mit Überlagerung, Widerspruch und Anreicherung. Daraus entstehen unterschiedlich ausgeprägte Werkgruppen, deren Zusammenhang in der Auseinandersetzung mit diesen Beziehungen liegt. Zwischen den Medien bestehen konkrete Verbindungen. Farben und Strukturen seiner Malerei werden zu Bestandteilen digitaler Arbeiten; digitale Formen werden als Bilder und plastische Objekte weiterentwickelt. Werkraum und Skulpturengarten dokumentieren diese fortlaufende Arbeit. Das Zusammenspiel von projiziertem Bild, virtueller Form und physischer Skulptur erweitert seine Untersuchung von Fläche, Raum und Gegenständlichkeit. Wie eng diese Fragen mit dem jeweiligen Werk verbunden sind, zeigen seine Installationen: „FLACHER RAUM“ untersucht den Wechsel zwischen flächiger Erscheinung und räumlich erfahrbarer Form. Für „Giganten & Kunst“ entwickelte Post die Werkgruppe „BRUTAL VERDREHT“, die Rotation, Verdichtung und Strömung der historischen Kompressoren in der Kokerei Hansa aufgreift. „DORNENSTAUB“ führt Farben und Strukturen der Gemäldeserie „VERLUST“ in interaktive Bildprozesse weiter. Der Ausstellungsort, die malerische Herkunft und die Bewegung der Betrachtenden werden auf unterschiedliche Weise Bestandteil der Arbeiten. Posts Ausstellungstätigkeit umfasst unter anderem die Westfälischen Salzwelten in Bad Sassendorf, das Museum Wendener Hütte, die Kokerei Hansa in Dortmund, das Forum Kunst & Architektur in Essen, das Künstler*innenhaus Dortmund, den Kunstverein Duisburg, die Artothek Oberhausen sowie das Deutsche Elektrizitätsmuseum in Recklinghausen. Mit seiner Malerei war er außerdem im LWL-Museum Henrichshütte in Hattingen und am Hoesch-Gasometer auf Phoenix-West in Dortmund vertreten. Die unterschiedlichen musealen, industriellen und sakralen Räume geben seinen Arbeiten jeweils eigene räumliche und inhaltliche Bezüge. Seine schriftliche Arbeit begleitet die künstlerische Praxis. In Texten zum postdigitalen Setzungsmodell, zu Komplexität und zu transparenten Kunstjurys beschäftigt sich Post mit Autorschaft, Wahrnehmung und den Maßstäben künstlerischer Beurteilung. Er fragt danach, wie Entscheidungen im Werk und in seiner Bewertung sichtbar und diskutierbar werden. Tobias Post wurde 1969 in Bochum geboren. Er studierte an der TU Dortmund Informatik mit Nebenfach Kunst und beendete das Studium vorzeitig zugunsten einer eigenen Unternehmensgründung. Seine langjährige Tätigkeit als Softwareentwickler und Unternehmer bildet die technische Grundlage seiner heutigen künstlerischen Unabhängigkeit. Seit 2022 steht die künstlerische Praxis im Zentrum seiner Arbeit. Post ist Mitglied des BBK Westfalen und des Werkkreises Bildender Künstler (WBK).