Ring Quader – Gleichlauf
Drei Körper im selben Sinn
„Ring Quader – Gleichlauf“ ist die erste Arbeit der Reihe Ring Quader. Hier steht der Aufbau, den alle weiteren teilen.
Drei Körper ineinander, mit gemeinsamem Mittelpunkt: ein Ring, darin ein kleinerer Ring, darin ein bunter Quader. Jeder ist aus Stäben gebaut, jeder trägt seine eigene Landschaft, und die Größen sind so geschachtelt, dass sich die drei in keiner Lage berühren – jeder kann sich frei drehen. Die Ringe haben einen rechteckigen Querschnitt, außen und innen einen geraden Mantel und zwei Seitenscheiben mit unruhigen Stäben; ein einziges Raster läuft ohne Naht über alle Kanten. Jede Seite des Quaders trägt ihre eigene Palettenfarbe.
Die drei hängen aneinander wie Federn: dreht sich der Außenring oder rastet er ein, läuft die Bewegung verzögert nach innen durch – der Innenring folgt weich, der Quader zuletzt. Dazu dreht sich jeder langsam in seinem eigenen Sinn und macht eigene Gesten: ein Rad, eine Wendung, ein Pendeln wie an einem Gummiband. Das Licht steht fest im Raum; die Ringe werfen Schatten aufeinander und auf den Quader. Würfel aus Würfeln rollen auf allen drei Körpern und pflügen ihre Spur in die Stäbe. Die Kamera gleitet ruhig um das Ensemble, tritt zurück in die Totale, fährt langsam am Mantel entlang und blickt durch das Loch des Außenrings hinein. Wer ein Objekt berührt, stanzt ein quadratisches Loch um es herum in den Grund.
Ring Quader ist die fünfte Reihe nach Minimal Quaderspuren, Minimal Sphere, Raw Cube und Minimal Ring: aus einem Körper werden drei, die miteinander schwingen.
Die Landschaften dieser Arbeit: außen Querrippen wie ein Reifenprofil, innen Bänder mit Toren, auf dem Quader Säulenbänder.
Einordnung im postdigitalen Setzungsmodell
Drei Körper drehen sich im selben Sinn. Die Ordnung liegt im Gleichlauf, die Abweichung in der Verzögerung, mit der die Bewegung nach innen durchläuft.
Die Reihe arbeitet mit Raster, Rhythmus und Wiederholung. Abweichung entsteht über die Höhe, in der jeder Stab im Grund steht, und über die Zeit: Die Bewegung des Außenrings erreicht den Innenring und den Quader erst verzögert, sodass drei Körper denselben Impuls in unterschiedlichen Phasen tragen.
Ring, Ring und Quader sind konkrete Formen, im Grund wie in den Körpern darauf. Erst in ihrer Kopplung – wie Federn, die aneinander hängen – bekommt die Bewegung einen informellen Impuls: Sie schwingt nach, überlagert sich und kommt nie ganz zur Ruhe. Drei konkrete Strukturen, deren Wechselwirkung eine informelle Folge hat – darin liegt wieder das Spannungsfeld zwischen konkret und informell.
Zwischen ungegenständlich und gegenständlich gilt: Schon die räumliche Ansicht stellt die konkreten Formen gegenständlich dar, als Körper im Raum – hier als drei ineinander geschachtelte, die Schatten aufeinander werfen. Damit ist die Reihe eigentlich eine virtuelle Skulptur in Bewegung – eine skulpturale Digitalanimation.
视频
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Ring QuaderGleichlaufRippen
Ring Quader – Gleichlauf – Rundgang
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