Raw Cube – Spalten
Die Grundbewegung: Kreise auf jeder Seite
„Raw Cube – Spalten“ ist die Grundform der Reihe Raw Cube und ihre Referenz. Hier steht der Aufbau, den alle weiteren Arbeiten teilen.
Aus der Kugel wird ein Würfel. Sechs flache Seiten, jede ein quadratisches Raster aus Stäben, schwarz bis dunkelgrau und nur von ihren Kanten gezeichnet: je höher ein Stab steht, desto heller seine Kante – oben weiß, zum Grund hin gedimmt. So zeichnet sich die Landschaft auch dann ab, wenn man frontal auf eine Seite blickt. Die Figur der Arbeit steht auf jeder Seite genau in der Mitte. An den zwölf Kanten des großen Würfels werden die Stäbe kürzer und kippen um die Kante herum, sodass seine Kontur ruhig und gleichmäßig bleibt.
Bunt sind nur die Objekte – Würfel aus Würfeln – und ihre Spur. Sie kreisen auf jeder Seite endlos um deren Mitte und pflügen eine schmale Furche durch die Stäbe, die hinter ihnen rasch wieder zuwächst und eine Weile ihre Farbe behält. Der Würfel bewegt sich selbst: er rastet in Drehungen ein und wippt nach, wird wie an einem Gummiband ausgelenkt oder wiegt sich, und die Stäbe spüren die Beschleunigung ihres Bodens und federn mit. Die Kamera hat ihre eigene Choreografie aus Gleiten, Stehen und schnellen Folgen von Drehungen. Der Würfel ist so groß, dass er oft aus dem Bild ragt; nur manchmal tritt die Kamera zurück in die Totale. Wer ein Objekt berührt, stanzt ein quadratisches Loch um es herum in den Grund.
Raw Cube ist die dritte Reihe nach Minimal Quaderspuren und Minimal Sphere: dieselben zwölf Arbeiten – doch jede hat hier ihr eigenes Raster, ihre eigenen Objekte, ihre eigenen Gesten des Würfels und ihren eigenen Kameratakt.
Die Landschaft dieser Arbeit ist aus einer Figur gebaut: Säulenbänder, jedes auf seiner eigenen Höhe. Sie steht auf jeder der sechs Seiten genau in der Mitte.
Raster: 24 Stäbe je Würfelkante. Objekte: Würfel aus drei mal drei mal drei, ein bis zwei Kreise je Seite. Gesten: ruhiges Einrasten in Vierteldrehungen. Kamera: Gleiten, Stehen und Folgen im Grundtakt.
Einordnung im postdigitalen Setzungsmodell
Die Grundform der Reihe: ein Kreis um die Mitte jeder Seite, Runde um Runde, sonst nichts.
Die Reihe arbeitet mit Raster, Rhythmus und Wiederholung. Abweichung entsteht über die Höhe, in der jeder Stab im Grund steht, und in der Folge: Würfel, die hintereinander kreisen, sind in unterschiedlichen Phasen ihrer Drehung. Anders als in den beiden Schwesterreihen hat hier jede Arbeit ihr eigenes Raster, ihre eigenen Objekte und ihren eigenen Takt – die Varianz liegt auch zwischen den Arbeiten.
Quadrat und Stab sind konkrete Formen, und der große Würfel ist die konkreteste von allen. Der Grund ist aufs Äußerste zurückgenommen: dunkel, nur von seinen Kanten gezeichnet; Farbe tragen allein die Objekte und ihre Spur. Erst wo die Bewegung eine Furche durch die Stäbe zieht, bekommt sie einen informellen Impuls, und der Würfel gibt einen eigenen dazu, wenn er nachwippt und die Stäbe mitfedern. Zwei konkrete Strukturen, deren Wechselwirkung eine informelle Folge hat – darin liegt wieder das Spannungsfeld zwischen konkret und informell. Zwischen beiden Polen lassen sich hier Stufen verfolgen: das feste Raster, das Objekt, das seine Kreise zieht, die Furche, die rasch wieder zuwächst, die Farbe, die eine Weile in ihr bleibt.
Zwischen ungegenständlich und gegenständlich gilt: Schon die räumliche Ansicht stellt die konkreten Formen gegenständlich dar, als Körper im Raum – hier als ein Würfel, so groß, dass er oft aus dem Bild ragt. Damit ist die Reihe eigentlich eine virtuelle Skulptur in Bewegung – eine skulpturale Digitalanimation.
動画
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Raw CubeKreisUmlauf
Raw Cube – Spalten – Rundgang